Geschichten


Es gibt einige Geschichten welche bereits seit Generationen in der Gilde erzählt werden. Viele von ihnen haben gar keinen bekannten Ursprung mehr, da ihre Herkunft sich bereits in der Vergangenheit verloren hat.

Der letzte Tropfen Blut

Vor abertausenden von Monden lebten zwei Brüder, Jäger und Wisper.
Wisper war ein gläubiger Kater, hingezogen zu den Riesen und den Ritualen des Clans.
Jäger war ein abenteuerlustiger Jüngling, dessen junger Geist sich nicht um die Riten der Gilde scherte.
So kam es, dass in den beiden Katern bei ihrer Tribu unterschiedliche Seelen gefunden wurden.
Wisper besaß die Seele einer Mondkatze und erhielt den Rang eines Flüsterers.
Jäger besaß die Seele einer Sonnenkatze und erhielt den Rang eines Läufers.
Wisper war ein äußerst talentierter Flüsterer. Er blieb stets gelassen und schaffte es dem Antlitz der Riesen ohne Wahn entgegenzublicken.
Jäger war ebenso talentiert als Späher. Binnen weniger Tage hatte er sich all die Außenseiter gemerkt, welche an den Grenzen der Gilde entlangstriffen.
So lebten die Brüder erfüllt viele Monde in Einklang mit ihren Seelen und Rängen.
Doch eines Nachts änderte sich jenes harmonische Leben.
Jäger, welcher in jener kühlen Neumondnacht Nahe der Mondkatzen-Grenze Ausschau hielt, wurde von seinem Bruder überrascht.
Doch Wisper erschien anders als gewohnt.
Sein Blick war wild, seine Stimme gefüllt von Irsinn.
Er redete auf Jäger ein, doch nur wenige Worte ergaben Sinn.
Doch die Worte welche man klar aus dem Munde Wispers vernehmen konnte, ließen Jägers Blut in seinen Adern gefrieren.
"Die Riesen sind Lügner! Sie benutzen uns nur für ihre Zwecke! Um für sie zu schuften!
Es sind die Tauren denen wir huldigen müssen! Die Befreier der Gilde leben in unseren Herzen! Doch wir verbannen sie weil wir zu blind sind um die Wahrheit zu sehen!"

Jäger gab umgehend den höchste Mächten Bescheid, doch als diese versuchten Wisper auffindig zu machen war der Kater nirgends aufzufinden. Weder Späher noch Wächter hatten gesehen wie er das Gildenterritorium verließ, so gab man auf und Wisper geriet schon bald in Vergessenheit, da angenommen wurde, dass der Wahnsinn der den Flüsterern droht ihn nun endlich eingenommen hätte.
Doch jene Auffassung würde sich bereits bald ändern.

Keine vier Monde nach jenem Vorfall, nach dem Verschwinden Wispers geschah etwas, etwas grauenvolles, etwas furchterregendes. Er kehrte zurück, doch nicht allein. Eine Schar von Viechern.. Monstern.. Tauren war mit ihm!
Sie stürmten das Lager der Sonnenkatzen und rissen die Anwesenden der höchsten Mächte in Stücke. Selbst den Höchsten der damaligen Zeit verschohnten sie nicht.
Genau so schnell wie sie erschienen waren verschwanden sie auch. Lediglich Verzweiflung und Trauer ließen sie zurück, es wirkte als hätten sie all die Freude und Hoffnung aus den Seelen der Katzen gerissen.
Jene war eine dunkle Zeit, voller Unsicherheit, Furcht und Hass. Hass welcher sich schon bald nicht nur gegen die Tauren, sondern auch gegen einander gerichtet sein würde. Misstrauen verbreitete sich unter den Katzen, wenn Wisper auf der Seite der Tauren war, dann könnte jeder andere es doch auch sein!
Ich huldige den Riesen aber tust du es auch? Woher kann ich wissen, dass man dir vertrauen kann?
Es war eine Zeit welche die Gilde an ihren Ruin trieb und ihren Zerfall so nah brachte wie noch nie, doch all dies endete in einer klaren Vollmondnacht.

In jener Nacht erschien Wisper erneut, doch dieses Mal allein, ohne jene abscheulichen Kreaturen die sich Tauren nennen. Wisper wurde erst im Territorium der Mondkatzen gesichtet, dann in dem der Sonnenkatzen. Die bloße Sichtung seinerseits brachte Chaos in die beiden Seiten der Gilde, so viel Chaos, dass man den Eid das Territorium des anderen nicht zu betreten vergaß, und Mondkatzen in das Sonnenterritoium strömten um Wisper ausfindig zu machen.

So kam es, dass beinahe die gesamte Gilde eventuell um die dunkle Senkung herum versammelt war, in ihrer Mitte stand Wisper. Mit gebrochener doch entschlossener und von Wahn getriebener Stimme verkündete er
"Ich bin der Auserwählte! Ich werde die Riesen stürzen! Ich werde die Gilde aus ihrem Griff befreien! Ihr seht mich an als Ketzer, als Verräter! Doch nur weil ihr immernoch in ihrem Bann gefangen seit! Der Schleier der über meinen Augen lag hat sich gelüftet und ich kann endlich die Wahrheit sehen! Die Wahrheit, dass die Tauren unsere Befreier sind! Sie sind es denen wir huldigen müssen nicht diesen Lügnern die ihr Riesen nennt! Ich werde heute diesem Unrecht ein Ende setzen und eure Nachfahren werden mir danken für das Opfer, dass ich erbringen werde!"

Doch genau als er diese letzten Worte sprach wurde er von den Felsen gestürzt - von seinem eigenen Bruder - Jäger. Es war ein kurzer Kampf, doch ein tödlicher. Wisper stand auf, mit dem schlaffen leblosen Körper Jägers unter seinen Krallen liegend.
Ein feurroter Tropfen Blut floß aus einer frischen Wunde, doch als jener Tropfen den Boden berührte erschütterte die Erde. Ein tiefes Grollen war aus dem Himmelszelt zu hören und ein feuriger Blitz schlug in Wispers Körper ein und brachte ihn auf der Stelle um sein Leben.

So endet die Geschichte Wispers. Ordnung kehrte wieder in die Gilde ein. Nun, dass sie wussten, dass die Riesen sie nicht allein lassen würden in einer Zeit der Not, war ihr Glaube erneut gestärkt und die Gildenkatzen lebten weiter, so wie sie es schon immer getan hatten.
 
 
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